Im Netzwerk Energie einsparen

Auftaktveranstaltung für innovative Firmenkooperation

Der Landkreis Traunstein gibt in Sachen Energieeffizienz weiter Gas: Unter der Trägerschaft der Wirtschaftsförderung und Beteiligung des "Sonnenkreis" sowie der Unterstützung des IHK-Gremiums Traunstein und der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land wurde das Energieeffizienz-Netzwerk (EEN) Chiemgau-Rupertiwinkel ins Leben gerufen.

Beim Netzwerk (EEN) handelt es sich um ein vom Bundesumweltministerum mit je knapp 50.000 Euro geförderten Modellprojekt, das bisher in 29 Regionen über das gesamte Bundesgebiet eingeführt und gefördert wurde. Die Region Chiemgau-Rupertiwinkel ist die 30. Region, in dem sich mittelständische Unternehmen auf regionaler Ebene zu einem Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerk zusammenschließen.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Die wissenschaftliche Projektbegleitung erfolgt durch das renommierte Fraunhofer Institut in Karlsruhe. Am Donnerstag fand bei der Kreissparkasse Traunstein die Auftaktveranstaltung statt, der nun vierteljährliche Gesamttreffen folgen sollen.

Landrat Hermann Steinmaßl sprach den teilnehmenden Gremien und den zwölf überwiegend aus der Region kommenden Unternehmen seinen Dank für die Mitwirkung an dem Pilotprojekt aus. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Energiewende nur gelinge, wenn man sich bewußt sei, dass diese zu deutlichen Veränderungen in Landschaft und Gesellschaft führen würden. Der Landkreis sei in der glücklichen Lage, auf alle fünf erneuerbaren Energien zurückgreifen zu können. Man habe gerade in Sachen Sonnenenergie, Wasserkraft und Geothermie gute Möglichkeiten in der Region. „Das Schwierigste ist bei uns die Windkraft." Diese würde zwar Chancen in den Bergen eröffnen, aber "dort sollen die Windräder nicht aufgestellt werden", betonte er.

Werner Linhardt, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkassen, sagte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des IHK-Gremiums Traunstein und in Stellvertretung für die Kreishandwerkerschaft, dass man die Fragen der Energieeffizienz in kompetente Hände legen wolle. „Wir wollen die Verantwortung nicht abgeben." Das Projekt eröffne aber die Chance, die Aktivitäten und das Knowhow in Sachen Energieeffizienz zu bündeln.

Moderatorin Carmen Cretnik von der Gesellschaft für Arbeitssicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagement München betonte ergänzend, dass sich die Arbeit in dem Netzwerk vor allem auch dadurch auszeichne, dass die beteiligten Firmen- und Gremiumsvertreter voneinander lernen können und sich dadurch Synergieeffekte ergeben würden. Aus den bereits laufenden Netzwerkprojekten könne sie klar festhalten: „Die Kompetenz vor Ort ist da."

Ursula Mielicke vom Fraunhofer Institut betonte, dass die bisherigen Erfahrungen mit anderen Netzwerken zeige: eine deutlich schnellere Reduzierung der Energiekosten bei den Firmen sei die Folge gewesen. Eine Steigereung der Energieeffizienz und eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes von sechs bis acht Prozent seien als Mittelwert erreichbar gewesen und auch für die regionalen Firmen realistisch.

Für die im EEN engagierten Beratungsfirmen sowie die zwölf regionalen Firmen beginnt jetzt erst die Arbeit. In einem umfangreichen Datenerhebung soll die Grundlage geschaffen werden, dass die dann vorgeschlagenen Maßnahmen dauerhaft zu einer Energie- und damit Kosteneinsparung für die Betriebe führen und damit langfristig zu einer klimaschonenden Produktion beitragen. Bundesweit hat man große Ziele für die Schaffung weiterer Netzwerke. Plant man doch von Seiten der beteiligten Netzwerk-Partner die Entstehung von 400 bis 600 solcher Netzwerke, die ihre Kohlendioxid-Emissionen trotz Produktionsausweitung um etwa drei Prozent senken sollen.

Regionale Unternehmer zeigten sich von dem Netzwerkgedanken sehr angetan: „Als Familienunternehmen steht bei uns der Nachhaltigkeitsgedanke ganz oben. Das betrifft insbesondere die Energiefrage, zumal der Betrieb einer Käserei sehr energieintensiv ist", betonte Beatrice Kress, geschäftsführende Gesellschafterin der Bergader Privatkäserei aus Waging. Bernhard Sailer vom Hofbräuhaus Traunstein wies darauf hin, dass die „nicht verbrauchte Energie die beste Ersparnis" ist. Er erhoffe sich von Fachkräften Tipps zur besseren Ausnutzung der Energie.

„Als Ziel haben wir uns eine mindestens zehnprozentige Einsparung in fünf Jahren gesetzt", betonte der Netzwerk-Befürworter. Michael Regnauer, Geschäftsführer der Firma Regnauer Fertigbau und Hausbau Seebruck, sagte, dass man als Hersteller hochgedämmter Gebäude im Segment des Energiesparens bereits über Jahre aktiv sei. „Ich erwarte mir im Rahmen des Netzwerkes neue Impulse und Anregungen." Beim gegenseitigen Erfahrungsaustausch könne seine Firma Erfahrungen über Gebäudedämmung und Gebäudetechnik in das Netzwerk einbringen.

Die beteiligten Firmen im Überblick:

Adelholzener Alpenquellen Siegsdorf, Alz Kies und Recycling Tacherting, Leimer Traunstein, Stangelmayer Kolbermoor, Rosenberger Fridolfing, Schaumaier Recycling Traunstein, Regnauer Hausbau und Objektbau Seebruck, Hawe Hydraulik München, Hofbräuhaus Traunstein, Bergader Privatkäserei Waging, Himolla Taufkirchen, Rovita Engelsberg.

Autor / Photo: Andreas Wittenzellner

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