Textilservice Stangelmayer liefert Fernwärme an das Kolbermoorer Rathaus

OVB Online vom 07.04.2014

"Absolute Umweltwärme" soll Kreise ziehen

Fernwärme für Kolbermoor - dieses Ziel hat sich die Stadt auf die Fahnen geschrieben und mit dem "Fernwärmeprojekt Rathaus" den Anfang gemacht. Das neue Rathaus wird bereits mit Fernwärme beheizt, bezogen von der Firma Stangelmayer, die mit ihrer Großwäscherei jede Menge Abwärme produziert.

Der "Wärmetauscher" im Rathauskeller: Hier kommt die Fernwärme an und wird ins Haus weitergeleitet; Bürgermeister Peter Kloo und Innergie-Geschäftsführer Sebastian Ranner (rechts) bei der offiziellen Inbetriebnahme. Foto Strasser

Die Stadt wünscht sich nun weitere Nahwärme-Projekte, wofür die Planungen über den kommunalen Energieversorger Innergie angelaufen sind.

Kolbermoor - Seit gut einem Jahr ist das neue Rathaus in Betrieb, seit geraumer Zeit wird das fünfgeschossige Gebäude mit Fernwärme beheizt. Nach technischen Anfangsschwierigkeiten und jetzt erfolgter Feinabstimmung wird die zur Sicherheit und für Spitzenlasten eingebaute Gasheizung nun nur noch in Notfällen gebraucht.

Entsprechend erleichtert konnten nun die offiziellen Schritte zwischen Stadt und dem Betreiber der Fernwämeanlage, der Firma Innergie, erfolgen: die Unterzeichnung des Wärmeversorgungsvertrages durch Bürgermeister Peter Kloo und Innergie-Geschäftsführer Sebastian Ranner sowie die Aushändigung des TÜV-Zertifikats für die Anlage. Darauf vermerkt: der Nutzungsgrad mit einem Primärenergiefaktor von 0,09, was laut Geschäftsführer Ranner und dessen Energieberater Klaus Hollnaicher geradezu optimal ist - "vergleichbar mit einer Solaranlage", so Hollnaicher. "Eine absolute Umweltwärme, besser kann's nicht sein."

Das Rathaus samt Volkshochschule und Stadtbücherei wird durch die Abwärme aus der Großwäscherei beheizt. Dabei wird das erhitzte Wasser über eine kurze Fernwärmeleitung die Flurstraße entlang in den Rathauskeller geleitet, von wo aus es unter anderem über die Fußbodenheizung ins ganze Haus verteilt oder für die Warmwasseraufbereitung genutzt wird. Außerdem stehen zwei je 1000 Liter fassende Speicher zur Verfügung.

Bis zu sechs weitere Wohn- und Geschäftshäuser könnten nach den Worten von Hollnaicher von der Stangelmayer-Fernwärme profitieren. Gespräche mit weiteren Interessenten liefen, wie er betonte. So auch mit dem Investor des geplanten Wohn- und Geschäftshauses am Rathausplatz, das ebenso angebunden werden könnte. "Auch der Eigentümer eines benachbarten Wohnhauses hat Interesse bekundet", fügte Hollnaicher an.

Zusammen mit Innergie strickt die Stadt nun an weiteren Nahwärmeprojekten, sogenannten Insellösungen. "Es hat nur dort Sinn, wo größere Abnehmer sind", erläuterte Kloo. In Frage kämen größere Wohnsiedlungen - so auch das Areal am Glasberg, das aktuell entwickelt wird. Als Möglichkeit sieht hier die Versorgerfirma ein Blockheizkraftwerk, das mit Erdgas betrieben wird. "Miteinbinden könnte man dann auch das städtische Wohnhaus, das sowieso dringend energetisch saniert werden muss, und den benachbarten Kindergarten", so der Bürgermeister.

Weiteres Potenzial sehen Innergie und Stadt mit der Entwicklung der Bauflächen an der Unteren Mangfallstraße: Auch hier könnte laut Kloo ein Blockheizkraftwerk entstehen, das über ein Nahwärmenetz nicht nur die neuen Wohnhäuser, sondern auch die Pauline-Thoma-Schule, die Turnhalle, den Herto-Park und die "Pöttinger-Bauten" in der Dr.-Hans-Jakob-Straße versorgen könnte.

http://www.ovb-online.de/rosenheim/rosenheim-stQlt/Cbsolute-umweltwCerme-soll-kr... 08.04.2014

Nahwärme-Projekt Nummer drei sieht die Stadt in der Entwicklung des Conradty-Areals, wo ebenso Wohnen geplant ist: Auch hier könnte ein Blockheizkraftwerk die Versorgung übernehmen und per Wärmeleitung die Energie ins Haus bringen. "Schön wäre es, wenn wir auch die Spinnerei anschließen könnten", so Hollnaicher.

Die Vorteile der Insellösungen sieht Innergie-Geschäftsführer Ranner darin, dass sowohl Wärme als auch Strom produziert würden: Mit Erdgas betriebene Motoren erzeugen in den Blockheizkraftwerken Strom, für ihre Kühlung würde wiederum Wasser verwendet, das dann, entsprechend aufgeheizt, die Wärme zum Verbraucher transportiert. Dadurch, so Ranner, sei eine "sinnvolle und bezahlbare Energieversorgung" möglich.

Auf ein erstes Nahwärmeprojekt mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk kann Kolbermoor bereits verweisen: die Anlage in der Breitensteinstraße, die Adolf-Rasp-Schule, Turnhalle und Freibad versorgt und 2012 in Betrieb genommen wurde.

Für das Fernwärmeprojekt Rathaus, das von Innergie betrieben wird, beläuft sich die Gesamtinvestition auf rund 200000 Euro, wobei 130000 Euro auf den Energieversorger und 70000 Euro auf die Stadt entfallen - "so viel hätten wir auch in eine Heizung für das Rathaus investieren müssen", meinte Kloo. Zudem ist die Innergie GmbH ein kommunales Unternehmen, an dem auch Kolbermoor mit einigen Prozenten beteiligt ist: Zu den größten Anteilseignern zählen die Stadtwerke Rosenheim und die ESB Südbayern, hinzu kommen die Gemeinden Stephanskirchen, Schechen, Rohrdorf, Raubling, Brannenburg, Flintsbach und Oberaudorf sowie die Stadt Kolbermoor. "Das ist ein großer Vorteil für uns Kommunen, weil wir damit auch unsere Ideen einbringen können", so Kloo.

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